Zu den Göttern auf dem Nemrut Dagi

Der Besuch des Heiligtums auf dem Nemrut Dagi (Wikipedia-Seite) war eines unserer grössten Wunschziele in der Türkei. Normalerweise liegt die Anlage zu dieser Jahreszeit noch unter Schnee begraben. Doch wir haben Glück: Am Tag zuvor wurde die Zugsangsstrasse passierbar gemacht und so muss nur noch der letzte Anstieg zu Fuss auf einem teilweise schneebedeckten Weg gemacht werden. Der Berg liegt ca. 200 km von Sanliurfa entfernt und so engagieren wir zusammen mit zwei sympathischen deutschen Frauen einen Fahrer mit geeignetem Fahrzeug.
Als wir nach der langen Fahrt und dem halbstündigen Fussanstieg bei der Ostterrasse der Anlage ankommen, stellen wir mit grosser Freude fest, dass wir die einzigen Besucher sind. So können wir die fast surreal wirkenden Überreste der Götterstatuen und anderen Skulpturen in aller Ruhe und aus nächster Nähe bewundern und fotografieren. Die heute auf einer Reihe angeordneten monumentalen Köpfe gehörten ursprünglich zu den höher am Berghang befindlichen Rumpffiguren auf ihren Thronsesseln. Naturgewalten oder menschliche Zerstörungswut haben die Götterfiguren enthauptet.
Auch auf der Westterasse sind wir ganz alleine. Dort sind die Figuren noch ganz oder teilweise mit Schnee bedeckt, was das Unwirkliche noch verstärkt.

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Harran und die Bienenkorbhäuser

Diese nachstehenden Informationen habe ich aus Wikipedia zusammengesucht:
„Der Ort war schon im 3. Jahrtausend v. Chr. besiedelt. Sein akkadischer Name Harrānu steht sowohl für „Reise“ als auch für „Karawane“. Harran diente als Reise- und Handelsstation zwischen Euphrat und Tigris. Es enthält einen Tempel des Mondgottes Sin. Die Mutter des letzten babylonischen Königs Nabonid war eine Priesterin des Mondkultes in Harran. Nabonid selbst ließ das Mondheiligtum Ehulhul 542 v. Chr. neu errichten.
Anders als das benachbarte Edessa (Urfa), blieb Harran in der Spätantike lange Zeit ein Hort der alten Religion. Hier verehrten die römischen Kaiser noch bis ins 4. Jahrhundert die Mondgöttin Selene.
Nachdem der Kalif Omar 637 Edessa erobert hatte, ergaben sich die Harraner. In das 8. Jahrhundert fällt der Bau der ersten Moschee. Aus der neuplatonischen Akademie entwickelte sich die Medrese (Koranschule), die als die älteste Universität der islamischen Welt gilt. Sie war lange das Zentrum für Astronomie und Alchemie.
Um 830 drängte der Kalif die Harraner zur Konversion zum Islam, doch daneben übten diese weiterhin ihren alten Gestirnkult aus.
Eine 1032 in Harran angelegte Festung begrub das altbabylonische Mondheiligtum Ehulhul.
Die Kreuzfahrer eroberten zwar Harran, erlitten 1104 jedoch hier ihre erste entscheidende Niederlage gegen die Seldschuken.
1187 besserte Sultan Saladin die Moschee in Harran aus.
1260 zerstörten die Mongolen den letzten Tempel der Sabier in Harran.“

Die faszinierende Geschichte dieses Ortes ist schon Grund genug für einen Besuch. Dazu kommt die Aussicht auf ein schon fast arabisches Dorf mit bienenstockförmigen Häusern. Diese archaische Bauweise gibt es sonst nur noch in Syrien. Sie sei in Ermangelung von Ziegeln entstanden. Die Trümmer von früheren Bauten konnten auf diese Weise immer wieder verwendet werden.

Anstelle von vielen weiteren Beschreibungen lasse ich unsere Bilder sprechen.

 

 

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