Die lange Vorbereitung

Noch sind es wenige Stunden bis zur Abreise unserer grössten gemeinsamen Reise und endlich haben wir den Kopf wieder etwas über Wasser. Die vergangenen Monate hatten wenig mit Ruhestand zu tun und waren von Hektik und Spannung geprägt. Anstatt abzunehmen, wurden unsere Pendenzenlisten gegen Ende immer länger. Aber nun haben wir die Startlinie doch noch rechtzeitig überschritten. So können wir zwar leicht zerzaust, doch voll guten Mutes gegen Osten aufbrechen.

Unsere voraussichtliche Reiseroute:

Die Ereignisse in den arabischen Ländern Nordafrikas und des nahen und mittleren Ostens haben uns aus nahliegenden Gründen intensiv beschäftigt und uns dazu bewogen, unsere anfängliche Reiseroute zu ändern. Anstatt via Dubai direkt im Süden des Irans anzufangen, starten wir jetzt im Zentrum der Türkei und schaffen uns dann auf dem Landweg langsam Richtung Nordiran vor. Dann geht’s in den Südwesten des Irans und nachher zurück nach Norden ins Hinterland der kaspischen Küste. Von dort werden wir Richtung Osten bis Mashad in der nordöstlichen Ecke Irans fahren. Dann geht’s nordwärts durch Turkmenistan nach Usbekistan und dann wieder ostwärts bis nach Tadschikistan. In der heissen Jahreszeit werden wir dann südwärts in die Hochtäler des Pamirs ausweichen und auf dem Pamirhighway nach Osten bis fast zur chinesischen Grenze fahren. Dort geht’s dann wieder nordwärts nach Kirgistan mit einem kleineren Abstecher durch China. Was wir dann machen ist noch unklar.

Und das hat uns in den letzten Monaten auf Trab gehalten:

Da für fast alle Länder die wir besuchen wollen Visa erforderlich sind, galt es einen zeitlichen Ablauf unserer Reise festzulegen, der mit unseren Wünschen, den klimatischen Bedingungen, unserer Reisegeschwindigkeit und schlussendlich mit der erlaubten Aufenthaltsdauer in den einzelnen Ländern zusammenpasst. Jedesmal wenn der Pass zur Visumserteilung unterwegs zu einem Konsulat war, stieg meine Nervosität erheblich an – nie war voraussehbar, wie lange das Prozedere dauern würde und ob das Visum überhaupt erteilt wird. Meine quasi-apokalyptische Vorstellung, dass der Pass kurz vor der Abreise mit all den bereits erteilten Visa von einer postalischen Reise nicht zurückkommt, haben sich zum Glück nicht erfüllt. Als krönender Abschluss konnten wir letzten Donnerstag noch das Visum für China abholen.

Das Sprachen lernen war ein weiterer treuer Begleiter. Nach unserer letzten Reise nach Georgien hatten wir den Vorsatz gefasst wenigstens, ein paar Brocken der Sprachen zu lernen, die in den bereisten Ländern zur Verständigung dienen können. Zum Glück ist in den zentralasiatischen Ländern wegen ihrer sowjetischen Vergangenheit das Russisch noch einigermassen verbreitet. So konzentrierten wir uns auf Russisch und Farsi, beides Sprachen die nicht gerade einfach sind und zudem jeweils ein eigenes Alphabet haben. Mit der Anpassung unserer Reiseroute konnten wir unser Menü in den letzten Wochen noch mit Türkisch bereichern, dieses zum Glück mit lateinischem Alphabet.

Die letzten sechs Wochen haben wir viel Energie, Zeit und Nerven für die Suche von Untermietern für unsere Wohnung aufgewendet. Nach einem harzigen Start mit wenigen und lustlosen Interessenten, hoffen wir jetzt doch die fast idealen Untermieter gefunden zu haben und stehen kurz vor der definitiven in Krafttretung des Vertrags. Bevor steht uns allerdings noch die Wohnung in einen Zustand zu versetzen in welchem sie mit gutem Gewissen übergeben werden kann.

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