{"id":288,"date":"2010-10-15T17:34:16","date_gmt":"2010-10-15T17:34:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.blog.ismus.ch\/wordpress\/?p=288"},"modified":"2010-11-04T20:53:25","modified_gmt":"2010-11-04T20:53:25","slug":"ein-tag-voller-geschenke","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/blog\/2010\/10\/15\/ein-tag-voller-geschenke\/","title":{"rendered":"Ein Tag voller Geschenke"},"content":{"rendered":"<p>Voller Freude, dass ich sorglos mit meinem voll bepackten Velo weiterreisen kann, fahren wir runter ins Alazani-Tal. Und wirklich, das Rad l\u00e4uft ruhig wie eh und je. Ich bin beruhigt und einmal mehr dankbar, dass wir einen so erfahrenen und hilfsbereiten Spezialisten wie Khvicha gefunden haben.<\/p>\n<p>Heute ist die Klosteranlage Nekresis bei Kvareli unser Ziel.<\/p>\n<p>Im ersten Dorf halten wir vor einem Schuppen, wo es unwahrscheinlich gut nach frischem Brot duftet. Wir betreten die Backstube und bewundern den B\u00e4cker, wie er gerade die heissen Laiber aus dem im Boden versenkten, kreisrunden Backofen heraus angelt. Die Teigst\u00fccke werden n\u00e4mlich zum Backen an die Wand des Ofens geklebt. Das Brot, das wir kaufen wollten, wird uns geschenkt. Wir verzehren es hungrig am Strassenrand, da Nana uns ohne Fr\u00fchst\u00fcck auf den Weg geschickt hatte. Sie habe kein Gas mehr in der K\u00fcche, lautete die Erkl\u00e4rung. W\u00e4hrend ich im Laden neben der B\u00e4ckerei Wasser kaufe, wird Reto von einem \u00e4lteren Mann eingeladen, seinen Wein zu kosten. Ich werde ebenfalls dazu geholt. Mit einem Kessel wird der Wein aus einem tiefen Loch im Boden heraufgeholt. Von den wortreichen Erl\u00e4uterungen verstehen wir leider wieder nichts. Schade, dass wir so wenig Georgisch sprechen! Der etwas tr\u00fcbe Wein schmeckt kr\u00e4ftig, doch\u00a0scheint er sehr wenig Alkohol zu enthalten. So genehmigen wir uns zum sp\u00e4ten Fr\u00fchst\u00fccksbrot ein Gl\u00e4schen. Auf der Weiterfahrt sp\u00fcren wir jedoch, dass unsere Beine etwas weicher geworden sind&#8230;.<\/p>\n<p>Sp\u00e4ter kaufen wir vor der Durchquerung des Alazani-Tals bei einer freundlichen Frau Trinkyoghurt und wieder Wasser. Sie spricht ein wenig Englisch und w\u00fcnscht uns Gl\u00fcck f\u00fcr die Weiterreise. Die n\u00e4chst gr\u00f6ssere Ortschaft ist Kvareli. Dort wollen wir f\u00fcr das Nachtessen einkaufen. Bei einer Gemischtwarenhandlung mit Gem\u00fcse in der Auslage zur Strasse suche ich Auberginen, Tomaten, Zwiebeln und Kartoffeln aus. Bei der Frage nach dem Preis (\u201era ghirs?\u201c &#8211; ein absoluter Zungenbrecher mit dem franz\u00f6sischen r in der Mitte) sch\u00fcttelt die Frau den Kopf und schenkt uns die Zutaten zu unserem Nachtessen.<\/p>\n<p>Der Kloster Nekresis liegt wieder hoch \u00fcber dem Tal. Die Fahrr\u00e4der geben wir einem alten Mann in Obhut, w\u00e4hrend wir zu Fuss den steilen Weg (20% auf ca. 2 km) in Angriff nehmen wollen. Doch da werden wir von einem Georgier aufgefordert, mit ihm zu kommen, wir sollten vorher noch etwas essen. Er bringt uns zu einem langen Picknicktisch, an welchem ein Riesengelage stattfindet. Wir werden laut und herzlich zum Sitzen aufgefordert und mit den verschiedensten Sorten Fleisch gest\u00e4rkt. Dann werden auf unser Wohl Trinkspr\u00fcche ausgesprochen. Die Frauen wollen mit uns fotografiert werden. Es herrscht eine fr\u00f6hliche Stimmung. Aus einem Autoradio wird Musik abgespielt und einige beginnen zu tanzen. Leider ist auch hier die Verst\u00e4ndigung schwierig. Doch wir verstehen, dass die \u00e4lteste der Frauen uns zu sich nachhause zum \u00dcbernachten einladen will. Jemand spricht ein paar Worte Englisch. Es ist uns angenehm, dass unsere Ablehnung verstanden und akzeptiert wird.<\/p>\n<p>Inzwischen ist es mehr als f\u00fcnf Uhr geworden, und wir nehmen den Aufstieg unter die F\u00fcsse. Schon nach ein paar Hundert Metern h\u00e4lt ein Lastwagen mit Baumaterial. Wir werden zum Aufsteigen aufgefordert. Oben haben wir die sch\u00f6ne Anlage, die zur Zeit renoviert wird, fast f\u00fcr uns alleine. Die Aussicht ist grossartig. Wir suchen von oben einen Platz f\u00fcr die Nacht. Unten angelangt, finden wir eine sch\u00f6ne Wiese hinter dem Besucherparkplatz. Schon begr\u00fcssen uns zwei drei Hunde. Zum Gl\u00fcck sind sie nur neugierig und lassen uns bald in Ruhe. Arbeitsteilung wie gewohnt: Reto stellt das Zelt auf, ich k\u00fcmmere mich um das Nachtessen. Wieder einmal schlafen wir tief und ruhig in unserem Zelt, aus respektvoller Distanz bewacht von unseren vierbeinigen Freunden.<\/p>\n<p>Am folgenden Tag reisen wir weiter \u00fcber Gremi nach Telavi und nehmen den Aufstieg zum Gombori-Pass in Angriff. Unser Nachtlager liegt in einem wundersch\u00f6nen alten Wald in der N\u00e4he des Shuamta-Klosters, welcher auch als Picknickplatz dient. Leider ist er \u00fcber und \u00fcber mit Abfall verunstaltet. Doch haben wir keine andere Wahl, es ist schon sp\u00e4t, und bald wird es dunkel. Der Platz ist von einer Horde Hunden bev\u00f6lkert, die uns anf\u00e4nglich zu ignorieren scheinen, doch nachts streichen sie bellend um unser Zelt. Ich bin so m\u00fcde, dass ich gleich wieder einschlafe.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.blog.ismus.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/P1010330.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-290\" title=\"P1010330\" src=\"http:\/\/www.blog.ismus.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/P1010330-1024x684.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"427\" srcset=\"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/P1010330-1024x684.jpg 1024w, http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/P1010330-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p><em>Wandmalerei vor einer typisch georgischen B\u00e4ckerei<\/em><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.blog.ismus.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/P1110898.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-293\" title=\"P1110898\" src=\"http:\/\/www.blog.ismus.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/P1110898-1024x576.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"360\" srcset=\"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/P1110898-1024x576.jpg 1024w, http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/P1110898-300x168.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p><em>Die Brote kleben an der Wand eines runden Backofens<\/em><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.blog.ismus.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/P1110907.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-295\" title=\"P1110907\" src=\"http:\/\/www.blog.ismus.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/P1110907-768x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"853\" srcset=\"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/P1110907-768x1024.jpg 768w, http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/P1110907-225x300.jpg 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p><em>Der\u00a0Wein wird nicht in F\u00e4ssern, sondern in riesigen im Kellerboden versenkten Tont\u00f6pfen gelagert.<\/em><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.blog.ismus.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/P1010339.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-291\" title=\"P1010339\" src=\"http:\/\/www.blog.ismus.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/P1010339-1024x684.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"427\" srcset=\"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/P1010339-1024x684.jpg 1024w, http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/P1010339-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p><em>Die Klosteranlage Nekresi liegt hoch \u00fcber dem Alazanital<\/em><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.blog.ismus.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/P1110917.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-294\" title=\"P1110917\" src=\"http:\/\/www.blog.ismus.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/P1110917-1024x576.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"360\" srcset=\"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/P1110917-1024x576.jpg 1024w, http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/P1110917-300x168.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p><em>Georgisches Picknick mit Schweizer Gast<\/em><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.blog.ismus.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/P1010344.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-292\" title=\"P1010344\" src=\"http:\/\/www.blog.ismus.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/P1010344-1024x684.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"427\" srcset=\"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/P1010344-1024x684.jpg 1024w, http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/P1010344-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p><em>Eindr\u00fcckliche Kirchenfestung im Alazanital: Gremi<\/em><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.blog.ismus.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/P1010355.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-289\" title=\"P1010355\" src=\"http:\/\/www.blog.ismus.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/P1010355-1024x684.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"427\" srcset=\"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/P1010355-1024x684.jpg 1024w, http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/P1010355-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p><em>Schaf- und Ziegenherden kreuzen unseren Weg<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Voller Freude, dass ich sorglos mit meinem voll bepackten Velo weiterreisen kann, fahren wir runter ins Alazani-Tal. 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