{"id":527,"date":"2011-04-17T12:27:24","date_gmt":"2011-04-17T12:27:24","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/?p=527"},"modified":"2011-05-27T14:22:12","modified_gmt":"2011-05-27T14:22:12","slug":"reise-zu-den-stadten-persiens-vor-unserer-zeitrechnung","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/2011\/04\/17\/reise-zu-den-stadten-persiens-vor-unserer-zeitrechnung\/","title":{"rendered":"Persepolis und Pasargard"},"content":{"rendered":"<p>Als wir am 13. April aufbrechen wollen, erleben wir ein Gewitter mit Donner und heftigem Regen. So entscheiden wir uns f\u00fcr einen Ruhetag in Shiraz, den wir nutzen wollen, um an unseren Reiseberichten zu schreiben. Wir finden ein Hotel, wo wir Tee und Kaffee trinken und gratis die Internetverbindung nutzen.<\/p>\n<p>Das Wetter hat sich rasch gebessert, und so machen wir uns am Donnerstag auf den Weg nach Persepolis, der gr\u00f6ssten und wichtigsten Kulturst\u00e4tte in Iran. Da wir Shiraz in den letzten Tagen ausgiebig mit dem Velo erkundet haben, finden wir den Weg aus der Stadt erwartungsgem\u00e4ss gut. Der Verkehr h\u00e4lt sich in Grenzen. Zuerst gilt es eine lange Steigung zu erklimmen. Auf der darauf folgenden ebensolangen Abfahrt k\u00f6nnen wir uns wieder erholen. <a rel=\"attachment wp-att-530\" href=\"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/2011\/04\/17\/reise-zu-den-stadten-persiens-vor-unserer-zeitrechnung\/p1140008_flocken_milch-2\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-530\" title=\"P1140008_Flocken_Milch\" src=\"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/files\/2011\/04\/P1140008_Flocken_Milch1-300x199.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"199\" srcset=\"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/files\/2011\/04\/P1140008_Flocken_Milch1-300x199.jpg 300w, http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/files\/2011\/04\/P1140008_Flocken_Milch1-512x340.jpg 512w, http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/files\/2011\/04\/P1140008_Flocken_Milch1.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>In Marvdasht, dem letzten gr\u00f6sseren Ort vor Persepolis, kaufen wir f\u00fcr das Nachtessen ein: Wasser, Yoghurt, Gem\u00fcse, ein paar Orangen. Unsere Grundnahrungsmittel wie Reis, Mandeln, Datteln, Weinbeeren, Honig haben wir im Bazar von Shiraz eingekauft. Dank der Hilfe eines perfekt Englisch sprechenden Soldaten fanden wir sogar Haferflocken und Trockenmilch.<\/p>\n<p>In Persepolis richten wir uns auf dem Picknickplatz entlang des Eingangsbereiches ein. Die Iraner lieben das Picknick. \u00dcberall nutzen sie die Gelegenheit, eine Decke auszubreiten und gem\u00fctlich Tee zu trinken. Manche haben eine Wasserpfeife dabei. Viele kochen eine richtige Mahlzeit, meist auf einem grossen Gaskocher. Schon als wir anfangen, das Zelt aufzustellen, werden wir von den Nachbarn mit Tee willkommen geheissen. Am n\u00e4chsten Tag werden wir von weiteren Familien eingeladen. Viele m\u00f6chten mit uns ein paar Worte wechseln oder mit uns fotografiert werden. Andere machen uns Geschenke: einen Kugelschreiber f\u00fcr Reto, eine Haarspange f\u00fcr mich, oder sinnvolle \u00dcberreste vom Picknick wie Tee, Salz, Abwaschmittel, Plastikfolien, Gew\u00fcrze \u2013 ich kann mich oft kaum wehren und muss erkl\u00e4ren, dass wir mit dem Velo nicht so viel Platz haben wie sie in ihrem Kofferraum.<\/p>\n<p><a rel=\"attachment wp-att-548\" href=\"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/2011\/04\/17\/reise-zu-den-stadten-persiens-vor-unserer-zeitrechnung\/p1140148\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-548 alignnone\" title=\"P1140148\" src=\"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/files\/2011\/04\/P1140148-512x287.jpg\" alt=\"\" width=\"512\" height=\"287\" srcset=\"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/files\/2011\/04\/P1140148-512x287.jpg 512w, http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/files\/2011\/04\/P1140148-300x168.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px\" \/><\/a>Am sp\u00e4ten Abend treffen drei junge Radreisende ein, zwei Engl\u00e4nder und ein Franzose. Sie sind mit dem Velo zuhause gestartet und seit mehreren Monaten unterwegs. Solche Begegnungen machen mir riesige Freude. Leider sind sie sehr selten, da hier nur wenig Velofahrer unterwegs sind. Man kann fragen und erz\u00e4hlen, kennt \u00e4hnliche Sorgen und Freuden, hilft sich mit Informationen und Tipps und f\u00fchlt sich verbunden und verstanden.<\/p>\n<p>Tags darauf sind wir bei den ersten Besuchern der imposanten Ruinenstadt Persepolis. Die Stufen der Eingangstreppen sind niedrig und tief, und wir stellen uns vor, wie vor etwa 2500 Jahren die Perser in ihren langen Roben diese breiten, zweifl\u00fcgligen Treppen elegant hinauf- und hinunterstiegen. An ihrem Neujahrstag (21. M\u00e4rz, \u201eNo Ruz\u201c, d.h. \u201eneuer Tag\u201c, ist noch heute das gr\u00f6sste Fest in Iran)\u00a0 kamen jeweils Vertreter aus allen Teilen des Reiches und brachten Geschenke und Zinsen. Diese Szenen sind an den Aussenfassaden des Apadana-Palastes dargestellt. 23 Nationen in ihren typischen Kleidern, ihren Tieren und Geschenken k\u00f6nnen unterschieden werden. Das Reich erstreckte sich damals zwischen der Donau im Nordwesten und Indien im S\u00fcdosten, und alle L\u00e4nder waren \u00fcber Strassen und Karawansereien mit Persepolis verbunden. Gl\u00fccklicherweise sind wir bei den meisten Reliefs alleine, sodass wir diese aus n\u00e4chster N\u00e4he betrachten und bewundern k\u00f6nnen. Wir schreiten durch das \u201eTor der Nationen\u201c, die \u201eHalle der Hundert S\u00e4ulen\u201c und entdecken immer wieder bemerkenswerte Reliefs. Die Sch\u00f6nheit, Gr\u00f6sse und Lage dieser Stadt fl\u00f6sst Ehrfurcht ein. Als wir gehen, kommen uns viele iranische Besucher entgegen und eine grosse Gruppe von Touristen aus Japan.<\/p>\n<p>Mehr Hintergrundinformationen zu Persepolis in <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Persepolis\" target=\"_blank\">Wikipedia<\/a>.<\/p>\n<p><a rel=\"attachment wp-att-573\" href=\"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/2011\/04\/17\/reise-zu-den-stadten-persiens-vor-unserer-zeitrechnung\/p1140154\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-573\" title=\"P1140154\" src=\"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/files\/2011\/04\/P1140154-512x287.jpg\" alt=\"\" width=\"512\" height=\"287\" srcset=\"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/files\/2011\/04\/P1140154-512x287.jpg 512w, http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/files\/2011\/04\/P1140154-300x168.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px\" \/><\/a>Auch als wir am folgenden Tag Persepolis in Richtung Pasargard, einer weiteren Hauptstadt des damaligen Reiches, verlassen und zur\u00fcck auf die Stadt blicken, ist dies mein gr\u00f6sster Eindruck: Ehrfurcht und Bewunderung. Pasargard ist anders als Persepolis, schlichter, aber auch sehr viel schlechter erhalten. Wir kommen am Nachmittag an, besichtigen die Ruinenstadt mit den vollbepackten Velos und stellen anschliessend unser Zelt im Eingangsbereich neben dem Billeth\u00e4uschen auf. Wieder haben wir freien Zugang zu Wasser und den sanit\u00e4ren Anlagen und sind die ganze Nacht unter dem Schutz der Parkw\u00e4chter.<\/p>\n<p><a rel=\"attachment wp-att-574\" href=\"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/2011\/04\/17\/reise-zu-den-stadten-persiens-vor-unserer-zeitrechnung\/p1140171\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-574\" title=\"P1140171\" src=\"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/files\/2011\/04\/P1140171-512x384.jpg\" alt=\"\" width=\"512\" height=\"384\" srcset=\"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/files\/2011\/04\/P1140171-512x384.jpg 512w, http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/files\/2011\/04\/P1140171-300x225.jpg 300w, http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/files\/2011\/04\/P1140171.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px\" \/><\/a>Lustige Begegnungen haben wir, als wir unser Nachtessen kochen wollen. Ein grosser Bus f\u00e4hrt vor. Doch statt f\u00fcr das Grab von Cyrus dem Grossen interessieren sich die etwa 50 Schulm\u00e4dchen viel mehr f\u00fcr uns und best\u00fcrmen uns nach anf\u00e4nglichem scheuen Abtasten. Sie wollen mit uns fotografiert werden und m\u00f6chten meine Telefonnummer. Ihr Lehrer, der fast kein Englisch spricht, kommt dazu und m\u00f6chte, dass wir mit ihm Kontakt aufnehmen, wenn wir in Kerman sind. Er k\u00f6nne uns die Gegend zeigen und uns behilflich sein. Noch wissen wir nicht, wie hartn\u00e4ckig er uns in den folgenden Tagen bearbeiten wird&#8230; Nach viel Gekicher und Knipsen verabschieden sich die M\u00e4dchen, und wir geniessen das Nachtessen im Zelt.<\/p>\n<p><a rel=\"attachment wp-att-575\" href=\"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/2011\/04\/17\/reise-zu-den-stadten-persiens-vor-unserer-zeitrechnung\/p1140173\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-575\" title=\"P1140173\" src=\"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/files\/2011\/04\/P1140173-512x287.jpg\" alt=\"\" width=\"512\" height=\"287\" srcset=\"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/files\/2011\/04\/P1140173-512x287.jpg 512w, http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/files\/2011\/04\/P1140173-300x168.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px\" \/><\/a>W\u00e4hrend wir beim Fr\u00fchst\u00fcck sind, f\u00e4hrt schon der n\u00e4chste Bus vor. Diesmal sind es Architekturstudenten mit ihrem Professor von der Uni Mashad. Jetzt entstehen, ebenfalls nach langsamem Ann\u00e4hern, interessante Gespr\u00e4che. Wir erfahren viel \u00fcber die Bauweise und Symbolik der alten Perser. Die jungen Leute sind begierig auf unsere Ansichten \u00fcber Iran und unsere Reiseerfahrungen. Es ist lustig, wie oft Iranerinnen und Iraner mit uns fotografiert werden m\u00f6chten. (Mir kommt in den Sinn, dass meine Eltern auf ihrer ersten grossen Reise mit dem Topolino Fotos von afrikanischenLourdes-Pilgern nach Hause brachten. Sie hatten noch nie zuvor Menschen mit schwarzer Hautfarbe gesehen.) Wieder tauschen wir Telefonnummern und Mailadressen aus. Die Studentinnen und Studenten und ihr Professor m\u00f6chten uns ihre Stadt zeigen. Mashad wird unsere letzte Station in Iran sein, bevor unser Visum am 13. Juni 2011 abl\u00e4uft und wir nach Turkmenistan ausreisen.<\/p>\n<p>Gegen Mittag brechen wir auf. Im ersten Dorf stehen und sitzen erstaunlich viele M\u00e4nner und Frauen entlang der Hauptstrasse und als wir die Autobahn \u00fcberqueren, kommt uns eine lange Autokolonne ganz langsam entgegen, zuvorderst ein Leichenwagen mit dem reichgeschm\u00fcckten Sarg. Das erkl\u00e4rt uns die Menge der feierlich gekleideten Menschen und die laut klagende Frauengruppe an der Ausfahrt des Dorfes. Es muss eine wichtige Person gewesen sein, die gestorben ist und f\u00fcr die Beerdigung zur\u00fcck ins Dorf gebracht wird.<\/p>\n<p><a title=\"Persepolis\" href=\"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/fotos\/persepolis\/\" target=\"_blank\">Bilder von Persepolis und Pasargard\u00a0<\/a><\/p>\n<p><a rel=\"attachment wp-att-815\" href=\"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/2011\/04\/17\/reise-zu-den-stadten-persiens-vor-unserer-zeitrechnung\/p1020062\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-815\" title=\"P1020062\" src=\"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/files\/2011\/04\/P1020062-512x384.jpg\" alt=\"\" width=\"512\" height=\"384\" srcset=\"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/files\/2011\/04\/P1020062-512x384.jpg 512w, http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/files\/2011\/04\/P1020062-300x225.jpg 300w, http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/files\/2011\/04\/P1020062.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px\" \/><\/a><\/p>\n<p><em>Auf der Autobahn erste Begegnung mit Nomaden<br \/>\n<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als wir am 13. 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