{"id":391,"date":"2011-04-04T16:11:11","date_gmt":"2011-04-04T16:11:11","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/?p=391"},"modified":"2011-04-12T16:24:11","modified_gmt":"2011-04-12T16:24:11","slug":"zogernder-aufbruch-in-den-iran","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/2011\/04\/04\/zogernder-aufbruch-in-den-iran\/","title":{"rendered":"Z\u00f6gernder Aufbruch in den Iran"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left;\" dir=\"rtl\">Die Stadt Tatvan ist wahrlich keine Sch\u00f6nheit und das graue Wetter l\u00e4sst sie auch nicht in besserem Licht erscheinen. Wegen des kalten Wetters wird noch geheizt und aus den Kaminen der bauf\u00e4lligen Geb\u00e4ude steigt dicker, graubrauner Rauch. Die schweren Wolken verhindern die Sicht auf die umliegenden schneebedeckten 3000er Berge und den Van-See. So haben wir Zeit unseren Reisef\u00fchrer zu lesen und entdecken, dass Bitlis, die Stadt die wir durch einen nicht endenden Tunnel am Vortag umfahren haben, ein paar interessante Sehensw\u00fcrdigkeiten haben soll. So entscheiden wir uns, einen zus\u00e4tzlichen Tag in Tatvan zu bleiben und Bitlis einen Besuch abzustatten. Mit einem kleinen Regionalbus fahren wir 20 km auf der Vortagesstrecke zur\u00fcck und besuchen als erstes die Burg von Bitlis. Das Vergn\u00fcgen wird uns durch einige recht aufs\u00e4ssige Jugendliche verg\u00e4llt. Dann machen wir uns bei zunehmendem Regen zur vielgelobten Koranschule auf. Dort angekommen erfahren wir, dass diese wegen des muslimischen Feiertages geschlossen ist. Zu mehr reicht unsere Begeisterung nicht und so kehren wir geknickt nach Tatvan zur\u00fcck. Am n\u00e4chsten Tag nehmen wir dann definitiv Abschied von der Stadt. Die urspr\u00fcnglich geplante mehr als 120 km lange \u00dcberquerung des Van-Sees mit der F\u00e4hre lassen wir fallen, da wir wie schon am ersten Tag in Tatvan nur vage Angaben zur Abfahrtszeit bekommen. Wir machen vom Angebot eines Taxifahrers Gebrauch und fliehen per Auto aus dem grauen Tatvan. Da der Laderaum und die Hintersitze des Kleinwagens durch die Velos und das Gep\u00e4ck belegt sind, teilen wir uns zu dritt die beiden Frontsitze. Aus sittlichen Gr\u00fcnden darf ich in der Mitte \u201esitzen\u201c. Genauer gesagt teilen sich Rosa Maria und ich den Platz zwischen Schalthebel und T\u00fcre. Legt der Fahrer den zweiten oder den vierten Gang ein, lastet die volle Kraft die es braucht, um Rosa Maria und mich auf unser Revier zusammen zu quetschen, auf meinem H\u00fcftgelenk. Etwa in der H\u00e4lfte der Fahrt ist es der Fahrer leid, dass durch meinen Druck auf den Ganghebel noch und noch der Gang herausspringt.\u00a0 Er verzichtet auf die Benutzung der beiden kritischen G\u00e4nge und so wird der zweite Teil der Fahrt bedeutend angenehmer f\u00fcr mich. Van ist als Stadt weniger trist als Tatvan, aber zur grossen Liebe reicht es auch bei dieser Stadt nicht. Die umliegenden majest\u00e4tischen Berge kann man auch hier mehr erahnen als sehen. Wieder jedoch bleiben wir zwei Tage in der Stadt h\u00e4ngen, bis wir die Weiterfahrt in den Iran antreten. Vielleicht brauchen wir auch einfach die Zeit, um uns auf den Sprung in dieses doch recht fremde Land vorzubereiten. Wegen des andauernden kalten Wetters und langer Strassenabschnitte knapp an der Schneegrenze entscheiden wir uns, auch die ca. 250 km lange Fahrt nach Orumiyeh im Iran mit dem Bus zu bew\u00e4ltigen. Das Verladen unserer R\u00e4der und des Gep\u00e4cks wird wie fast immer zum Riesenstress f\u00fcr mich. Von den versprochenen \u00fcppigen Platzverh\u00e4ltnissen in den Lader\u00e4umen des Busses keine Spur. Der Bus ist bei der Ankunft an unserer Haltestelle quasi voll belegt und entsprechend bleibt kaum freier Laderaum \u00fcbrig. Die Busbegleiter versuchen mit Gewalt die R\u00e4der in die minimalen freien L\u00fccken zu quetschen und sind kaum zu bremsen. Schlussendlich klappt es dann doch noch, auch dank der tatkr\u00e4ftigen Unterst\u00fctzung eines iranischen Fl\u00fcchtlings der seit einigen Jahren im t\u00fcrkischen Exil lebt. Die Fahrt an die iranische Grenze f\u00fchrt durch eine herrliche Berglandschaft und wir bereuen es, die Strecke nicht mit eigenen Kr\u00e4ften zu bew\u00e4ltigen. Am Grenz\u00fcbergang in den Iran kommt dann die n\u00e4chste Hektik auf. Alle m\u00fcssen den Bus verlassen und sich mit ihrem Gep\u00e4ck durch die engen Schleusen der Pass- und anschliessenden Gep\u00e4ckkontrolle zw\u00e4ngen. Wir mit unseren R\u00e4dern und den je sechs Gep\u00e4ckst\u00fccken sind in diesem gnadenlosen Rennen bald einmal am Schluss des Feldes. Als wir vom Zollgeb\u00e4ude wieder auf die Strasse kommen, ist vom Bus nichts mehr zu sehen. So kommen wir doch noch dazu, einen Teil der Strecke von Van nach Orumiyeh auf dem Velo zur\u00fcck zu legen. Da es schon bald dunkel wird und noch mehr als 50 km vor uns liegen, halten wir nach einem geeigneten Platz f\u00fcr&#8217;s Zelt Ausschau. Am Rand einer stillgelegten Strasse verbringen die erste Nacht im Iran friedlich im Zelt<\/p>\n<p><a rel=\"attachment wp-att-403\" href=\"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/2011\/04\/04\/zogernder-aufbruch-in-den-iran\/p1010928\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-403\" title=\"P1010928\" src=\"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/files\/2011\/04\/P1010928.jpg\" alt=\"\" width=\"2048\" height=\"1536\" srcset=\"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/files\/2011\/04\/P1010928.jpg 2048w, http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/files\/2011\/04\/P1010928-300x225.jpg 300w, http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/files\/2011\/04\/P1010928-512x384.jpg 512w\" sizes=\"auto, (max-width: 2048px) 100vw, 2048px\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Stadt Tatvan ist wahrlich keine Sch\u00f6nheit und das graue Wetter l\u00e4sst sie auch nicht in besserem Licht erscheinen. 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