{"id":1760,"date":"2011-10-07T07:09:40","date_gmt":"2011-10-07T07:09:40","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/?p=1760"},"modified":"2011-10-22T04:06:12","modified_gmt":"2011-10-22T04:06:12","slug":"neues-gluck","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/2011\/10\/07\/neues-gluck\/","title":{"rendered":"Neues Gl\u00fcck"},"content":{"rendered":"<p>\u00dcber unseren restlichen Aufenthalt in Karakol am Westende des\u00a0 Issikkul-Sees l\u00e4sst sich nicht sehr viel erz\u00e4hlen. Karakol wurde urspr\u00fcnglich als Garnisonsstadt f\u00fcr die zaristischen russischen Armee gebaut und hat auch den entsprechenden Charme. Die Attraktion der Stadt besteht denn auch eher in der Berglandschaft der Umgebung, welche viele Treckingm\u00f6glichkeiten bietet. F\u00fcr das \u00f6stliche Tien Shan Gebirge an der Grenze zu China, das uns haupts\u00e4chlich lockt, ist die Jahreszeit jedoch zu fortgeschritten. Bereits sind hochgelegene Teile davon eingeschneit oder k\u00f6nnen es jederzeit werden.<br \/>\nSo besteht denn auch unsere Hauptaktivit\u00e4t in Karakol in der Verfolgung des Weges unseres P\u00e4ckchens mit der heissersehnten Ersatz-Campingausr\u00fcstung. Zu diesem Zweck stellt die Schweizer Post eine spezielle Webseite zur Verf\u00fcgung. Jedem entgegengenommenen Paket wird zudem ein eigener Identifikationscode vergeben. Nach Eingabe des Codes spuckt die Webseite aus, welche Stationen die Sendung auf dem Weg zum Empf\u00e4nger durchlaufen hat. Der Anfang der Reise unseres Paketes ist eher entmutigend: geschlagene vier Tage bleibt das P\u00e4ckchen in Basel liegen. Am f\u00fcnften Tag ist es am Euro Hub in Br\u00fcssel angelangt. Am sechsten Tag kommt dann die wenig sagende Meldung \u201eDie Sendung wurde weitergeleitet\u201c. Dann am siebten Tag die Erl\u00f6sung: Das P\u00e4ckchen ist am Zoll am Flughafen von Bishkek angelangt. Am Tag darauf verladen wir unsere R\u00e4der und Gep\u00e4ck auf eine Marschrutka und fahren bei tr\u00fcbem Wetter die ca. 400 Kilometer nach Bishkek.<br \/>\nAm n\u00e4chsten Tag, einem Samstag, machen wir uns auf die Suche nach dem lokalen B\u00fcro des Speditionsdienstes TNT, welches f\u00fcr die Auslieferung unseres Paketes an Ort zust\u00e4ndig ist. Die Adresse haben wir von der Gastwirtin unseres Homestays, an welches wir das Packet adressiert haben. Sie wurde telefonisch von dessen Ankunft in Bishkek avisiert und kann uns sogar die Farben des Firmensignetes sagen, da sie bereits mit TNT zu tun hatte. Das Geb\u00e4ude mit der angegebenen Adresse haben wir schnell gefunden, das B\u00fcro k\u00f6nnen wir aber auch nach intensiver Inspektion des langgezogenen Wohnblocks nicht finden. Den gefragten Angestellten im Parterre des Geb\u00e4udes ist der Name TNT ebenfalls kein Begriff. Erst ein sprachlich h\u00fcrdenvolles Telefongespr\u00e4ch mit TNT l\u00e4sst in uns dann den Verdacht aufkommen, dass ihr B\u00fcro in einer Verl\u00e4ngerung der Strasse liegt, in der wir gesucht haben. Dieser Teil hat einen anderen Namen und ein eigenes Nummerierungssystem. Nach einem l\u00e4ngeren Fussmarsch best\u00e4tigt sich unser Verdacht und wir stehen vor dem B\u00fcro der TNT. Die beiden ausserordentlich hilfsbereiten Angestellten er\u00f6ffnen uns, dass wir wegen des hohen Wertes der Sendung das Paket pers\u00f6nlich beim Zoll am Flughafen von Bishkek abholen m\u00fcssten, dass uns jedoch ein Vertreter ihrer Firma am Flughafen behilflich sein w\u00fcrde. Dieser Vertreter wird instruiert, dass es sich bei der Lieferung um Ersatzmaterial handelt und dass diese G\u00fcter f\u00fcr den Eigenbedarf sind und auch wieder ausgef\u00fchrt werden. Dann wird uns ein Taxi bestellt, der Fahrpreis mit dem Fahrer auf ein orts\u00fcbliches Niveau plafoniert, und wir fahren los zum weit ausserhalb der Stadt gelegenen Flughafen. Dort holt uns der telefonisch avisierte TNT-Vertreter an der Schranke zum Zollbereich ab und f\u00fchrt uns ins Innere. Was folgt ist eine mehrst\u00fcndige Warterei, unterbrochen vom Unterschreiben von f\u00fcr uns unverst\u00e4ndlichen Formularen und Deklarationen. Soviel wir mitbekommen, handelt es sich bei der ganzen Gesch\u00e4ftigkeit unseres Agenten um eine geduldige und z\u00e4he \u00dcberzeugungsarbeit gegen\u00fcber den Zollbeamten, um uns eine hohe Zollabgabe zu ersparen. Gegen vier Uhr nachmittags, kurz vor Arbeitsschluss, werden wir mit dem Ergebnis seiner Bem\u00fchungen konfrontiert: Wir m\u00fcssen f\u00fcr das Material mit einem deklarierten Gegenwert von fast 1300 Franken gerade mal 60 Rappen Zollabgabe bezahlen. Dazu kommen noch knapp\u00a0 drei Franken f\u00fcr die \u00dcbersetzung der deutschen Zolldeklaration ins Russische. Dann wird uns das Pack von B\u00e4chli-Bergsport \u00fcbergeben und als kleine Dreingabe mit dem TNT-Lieferw\u00e4gelchen noch zum 500 Meter entfernten Taxistand des Flughafens chauffiert. Gl\u00fcckselig trotten wir hinterher und freuen uns wie kleine Kinder unter dem Weihnachtsbaum. Noch w\u00e4hrend der R\u00fcckfahrt nach Bishkek \u00f6ffnen wir das Paket und versichern uns, dass wirklich all die zugesagten Dinge drin sind. Am Abend investieren wir dann einen Teil der ersparten Geb\u00fchren in ein Essen in einem teuren italienischen Restaurant und leisten so doch noch einen kleinen Beitrag an die kirgisische Volkswirtschaft. Beim Dessert schmieden wir bereits Pl\u00e4ne, wie wir die wiedergewonnene Bewegungsfreiheit nutzen k\u00f6nnen, die sich durch die neue, intakte Campingausr\u00fcstung ergibt &#8211; ein kleiner H\u00f6henflug liegt jetzt nochmals drin!<\/p>\n<p><a rel=\"attachment wp-att-1764\" href=\"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/2011\/10\/07\/neues-gluck\/p1030651_tnt-2\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1764\" title=\"P1030651_TNT\" src=\"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/files\/2011\/10\/P1030651_TNT1.jpg\" alt=\"\" width=\"2048\" height=\"1536\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00dcber unseren restlichen Aufenthalt in Karakol am Westende des\u00a0 Issikkul-Sees l\u00e4sst sich nicht sehr viel erz\u00e4hlen. Karakol wurde urspr\u00fcnglich als Garnisonsstadt f\u00fcr die zaristischen russischen Armee gebaut und hat auch den entsprechenden Charme. 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