{"id":1425,"date":"2011-08-02T10:23:56","date_gmt":"2011-08-02T10:23:56","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/?p=1425"},"modified":"2011-08-30T14:28:00","modified_gmt":"2011-08-30T14:28:00","slug":"erste-etappe-auf-dem-pamir-highway","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/2011\/08\/02\/erste-etappe-auf-dem-pamir-highway\/","title":{"rendered":"Unterwegs auf dem Pamir-Highway"},"content":{"rendered":"<p>Am Sonntag, 31.\u00a0Juli brechen wir in Korogh auf. Mit den fertig beladenen Velos gehen wir um 10\u00a0Uhr ein letztes Mal ins Internetcaf\u00e9. Wir haben die Hoffnung, dass wir endlich die Berichte und Fotos seit Duschanbe hochladen k\u00f6nnen. Doch auch heute werden wir entt\u00e4uscht. Kein Signal, d.h die ganze Gegend ist noch immer ohne Internetverbindung. Wir wollen nicht noch einen Tag mit Warten verbringen, sondern lassen Korogh hinter uns zur\u00fcck. Wir fahren im Gunt-Tal ostw\u00e4rts auf dem \u201ePamir-Highway\u201c, so wird die M41 zwischen Korogh und der kirgisischen Grenze genannt, welcher \u00fcber weite Strecken asphaltiert und recht gut ausgebaut ist, dies vorallem auch daher, weil es eine wichtige Verbindung f\u00fcr die Lastwagen zwischen China (\u00fcber den Kulma-Pass) und Tadschikistan ist.<\/p>\n<p>Schweren Herzens haben wir auf die Fahrt \u00fcbers Wakhan-Tal verzichtet. Die Weiterfahrt ab Langar \u00fcber den Karbush-Pass wage ich mir nicht zuzumuten. Ich f\u00fcrchte, dass der lange Aufstieg zum Pass mit stundenlangem Schieben durch Schotter und Sand verbunden w\u00e4re. Wer weiss, vielleicht kommen wir in ein-zwei Jahren wieder und fahren dann auf dieser Traumstrecke entlang der afghanischen Grenze und geniessen die Sicht auf die Berge des Hindukusch&#8230;<\/p>\n<p>Eine ganze Woche sind wir nicht mehr Velo gefahren. Ich bin zum Gl\u00fcck wieder gesund und es macht Freude,  unterwegs zu sein, vor allem hier im Pamir. Seit ich Bilder von dieser Region gesehen habe, w\u00fcnschte ich mir, sie einmal bereisen zu k\u00f6nnen. Und jetzt sind wir da, sind nach einer Woche Korogh gut erholt und haben viel Zeit f\u00fcr die Reise bis zur Grenze zu Kirgistan (unser Tadschikistan-Visum l\u00e4uft erst am 29.\u00a0August ab).<\/p>\n<p><a rel=\"attachment wp-att-1426\" href=\"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/2011\/08\/02\/erste-etappe-auf-dem-pamir-highway\/p1170330_noch_hats_baume\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-1426\" title=\"P1170330_noch_hats_B\u00e4ume\" src=\"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/files\/2011\/08\/P1170330_noch_hats_B\u00e4ume-512x384.jpg\" alt=\"\" width=\"512\" height=\"384\" srcset=\"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/files\/2011\/08\/P1170330_noch_hats_B\u00e4ume-512x384.jpg 512w, http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/files\/2011\/08\/P1170330_noch_hats_B\u00e4ume-300x225.jpg 300w, http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/files\/2011\/08\/P1170330_noch_hats_B\u00e4ume.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px\" \/><\/a><\/p>\n<p><em>Noch hat es B\u00e4ume und Str\u00e4ucher<\/em><\/p>\n<p>Am ersten Tag steigen wir bis auf 2655 m und stellen nach gut 50 km  das Zelt auf. Wir haben einen gut gesch\u00fctzten Platz nahe am Fluss  gefunden. Waschen und Abwaschen ist so viel einfacher, wenn wir \u00fcber  gen\u00fcgend Wasser verf\u00fcgen. Zum Trinken haben wir noch gekauftes, in  Flaschen abgef\u00fclltes Wasser. Das Wasser aus dem Fluss verwenden wir zum  Kochen. Wir haben in Korogh unsere Vorr\u00e4te so vielf\u00e4ltig und gut als  m\u00f6glich aufgestockt. Doch auch so beschr\u00e4nkt sich die Auswahlm\u00f6glichkeit  f\u00fcr das Nachtessen auf Reis, Spaghetti oder Instant-Nudeln. Diese sind  am schnellsten zubereitet. Ich koche 1-2 Liter Bouillon, gebe die Nudeln  dazu, und nach ein paar Minuten kann man schon essen. F\u00fcr die Spaghetti  braucht es mehr Wasser und wegen der l\u00e4ngeren Kochzeit auch mehr  Benzin. Am l\u00e4ngsten muss man den Reis kochen, den man hier kaufen kann.  Mindestens eine halbe Stunde, bis er geniessbar ist, und etwa eine  Stunde, wenn man Milchreis (oder Reisschleim) will. Am liebsten h\u00e4tten  wir jeweils noch etwas Gem\u00fcse zum Nachtessen, doch dieses ist hier fast  nicht mehr erh\u00e4ltlich. H\u00f6chstens ein paar Zwiebeln. Aber am wichtigsten  sind f\u00fcr uns die Kohlehydrate. Zum Fr\u00fchst\u00fcck gibt es grobe Haferflocken  (feine haben wir in ganz Korogh nicht gefunden), die ich jeweils am  Abend mit abgekochtem Wasser \u00fcbergiesse. So zubereitet verlieren sie die  anf\u00e4ngliche Bitterkeit. Dazu kommen Weinbeeren, N\u00fcsse und Milchpulver.  In den Pausen essen wir meist irgendwelche  Schokolade-Erdnuss-Caramel-Riegel, doch sind mir die S\u00fcssigkeiten an  manchen Tagen richtiggehend \u201everleidet\u201c, und ich muss mich \u00fcberwinden,  sie zu essen. Aber zusammen mit Brot schmecken sie nicht mehr ganz so s\u00fcss.<\/p>\n<p>Am zweiten Tag fahren wir bis auf 3570\u00a0m. Die Gegend ist  nur noch sehr d\u00fcnn besiedelt. Entlang der Strasse wachsen viele  Sanddornb\u00fcsche. Ich frage mich, ob die leuchtend orangen Beeren  gesammelt werden. Das Pfl\u00fccken ist fast unm\u00f6glich, man verletzt sich  immer wieder an den spitzen Stacheln. Doch man k\u00f6nnte einen feinen  Brotaufstrich herstellen, der viel Vitamin C enth\u00e4lt.<\/p>\n<p><a rel=\"attachment wp-att-1430\" href=\"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/2011\/08\/02\/erste-etappe-auf-dem-pamir-highway\/p1170328_zelt1\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-1430\" title=\"P1170328_Zelt1\" src=\"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/files\/2011\/08\/P1170328_Zelt1-512x288.jpg\" alt=\"\" width=\"512\" height=\"288\" srcset=\"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/files\/2011\/08\/P1170328_Zelt1-512x288.jpg 512w, http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/files\/2011\/08\/P1170328_Zelt1-300x168.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px\" \/><\/a><\/p>\n<p><em>Unser Zeltplatz in einem breiten, sandigen Flusstal<\/em><\/p>\n<p>Hier in der  Gegend sollte es heisse Quellen geben, die ich  gerne aufsuchen m\u00f6chte.  Ich habe mich in der Distanz verrechnet, und  das Dorf Jelondy, wo die  Thermen sind, kommt erst bei km\u00a0130 (ab  Korogh). Wir hatten sie nach  etwa 50\u00a0km an diesem Tag erwartet. Doch  wir m\u00fcssen noch 30\u00a0km weiter. Im  ganzen machen wir mehr als  1000\u00a0H\u00f6henmeter, bis wir das ehemalige  Sanatorium und Heilbad  erreichen. Wir quartieren uns in einem einfachen  Zimmer ein. Reto kann  das Bad nicht geniessen, das Wasser auf der  M\u00e4nnerseite ist ganz  offensichtlich zu heiss f\u00fcr ihn, um ganz  einzutauchen. F\u00fcr mich ist die  Wassertemperatur bei den Frauen zwar  anf\u00e4nglich auch an der Grenze des  Ertr\u00e4glichen, doch mit der Zeit ist  sie gerade gut f\u00fcr meinen m\u00fcden  strapazierten K\u00f6rper. Es hat wenig  Leute, als ich komme. Eine etwa  40-j\u00e4hrige Frau ist dort, zusammen mit  ihren Kindern zwischen etwa 5  und 15 Jahren. Sie ist in Begleitung ihrer  sehr alten Mutter. Diese ist  sicher \u00fcber 70 Jahre alt. Mit ihr freunde  ich mich ein wenig an. Sie  gef\u00e4llt mir. Sie ist eine richtig sch\u00f6ne alte  Frau. Die langen Haare  hat sie zu d\u00fcnnen Z\u00f6pfen geflochten und auf dem  Kopf festgesteckt. Als  ich mich im heissen Wasser auf eine Treppenstufe  neben sie setze,  w\u00e4scht sie mir den R\u00fccken. Dabei wechselt sie die  Ber\u00fchrung immer  wieder, mal krault sie mir mit den Fingerspitzen \u00fcber  die Haut und mal  mit der ganzen Handfl\u00e4che. Ich geniesse die Zeit im Bad  und den Luxus  von unbegrenzt fliessendem heissem Wasser. Ich bin wohlig  m\u00fcde und  gleichzeitig sehr entspannt und schlafe gut wie schon lang  nicht mehr.<\/p>\n<p><a rel=\"attachment wp-att-1429\" href=\"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/2011\/08\/02\/erste-etappe-auf-dem-pamir-highway\/p1170338_sanatorium\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-1429\" title=\"P1170338_Sanatorium\" src=\"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/files\/2011\/08\/P1170338_Sanatorium-512x284.jpg\" alt=\"\" width=\"512\" height=\"284\" srcset=\"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/files\/2011\/08\/P1170338_Sanatorium-512x284.jpg 512w, http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/files\/2011\/08\/P1170338_Sanatorium-300x166.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px\" \/><\/a><\/p>\n<p><em>Ein Schmuckst\u00fcck war es ja nicht, das Sanatorium aus sowjetrussischer Zeit&#8230;<\/em><\/p>\n<p><em><br \/>\n<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Sonntag, 31.\u00a0Juli brechen wir in Korogh auf. 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