{"id":1389,"date":"2011-07-31T09:53:51","date_gmt":"2011-07-31T09:53:51","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/?p=1389"},"modified":"2011-08-30T09:58:30","modified_gmt":"2011-08-30T09:58:30","slug":"der-pamir","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/2011\/07\/31\/der-pamir\/","title":{"rendered":"Der Pamir"},"content":{"rendered":"<p>Genaugenommen befinden wir uns schon seit dem Anstieg zum Khaburabot-Pass im Pamir. Dieser Pass brachte uns auch bereits in dessen h\u00f6her gelegene Regionen. Der weiterer Weg ab Kalaikum nach Khorog f\u00fchrte uns dann nur noch durch das tiefer gelelegene Flusstal des Panj. In Khorog biegt auch der Pamir-Highway (M41) in einem scharfen Linksbogen nach Osten ab und f\u00fchrt in die Hocht\u00e4ler des Pamir. Auf einer Strecke von etwa 150 km steigt die M41 von 2000 m bis zum Koitezek-Pass auf fast 4300 m an. Auf den n\u00e4chsten 385 km bis zur kirgisischen Grenze liegt der tiefste Punkt auf 3620 m, der h\u00f6chste bei 4655 m. Auf diesem Teil der M41 sind sieben P\u00e4sse \u00fcber 4000 m zu \u00fcberwinden und es gibt nur drei nennenswerte D\u00f6rfer mit bescheidenen Versorgungsm\u00f6glichkeiten. In unserer  Fahrtrichtung folgt die asphaltierte Strasse jeweils einem Hochtal, das langsam entgegen der Str\u00f6mungsrichtung des Flusses ansteigt. Dann gehts steil \u00fcber einen Pass und man wechselt in das n\u00e4chste Hochtal. Die Talabschnitte der Strasse sind mehrheitlich asphaltiert, die P\u00e4sse holprige Naturstrassen mit losen, sandigen Passagen. Das Hochland ist sehr niederschlagsarm, die B\u00e4che und Fl\u00fcsse von den benachbarten hohen und schneebedeckten Bergen f\u00fchren im Sommer vielfach kein Wasser mehr. Der Boden weist kaum Vegetation auf und besteht, vor allem in den breiten Flusst\u00e4lern, haupts\u00e4chlich aus feinem Sand. Wegen der starken Winde ist auch in der Luft viel feiner Staub enthalten. Zusammen mit der extrem niedrigen Luftfeuchte werden die Augen, die Nasen-Schleimh\u00e4ute und die Lippen stark gereizt und ausgetrocknet. Auch viele Einheimische haben Augen- und Hautprobleme. Um sich vor Sonne und Wind zu sch\u00fctzen, tragen viele \u2013 Frauen wie auch M\u00e4nner \u2013 zwei Kopft\u00fccher, das erste tragen sie tief in die Stirn gezogen, mit dem zweiten bedecken sie Hals, Mund und Nase und lassen nur noch einen schmalen Schlitz f\u00fcr die Augen offen.<\/p>\n<p>Die \u201emetaphysische\u201c Bedeutung des Pamir-Highway:<br \/>\nDie Faszination des Pamir-Highways besteht f\u00fcr mich nur teilweise in der Sch\u00f6neit seiner Natur und seiner Nachbarschaft zu dem in meiner Erinnerung verkl\u00e4rten Afghanistan. Wahrscheinlich hab ich das Wort Pamir erstmals als Kind oder Jugendlicher wahrgenommen, als ich in einer Zeitschrift \u00fcber den Untergang eines deutschen Schulungs-Segelschiffes namens \u201ePamir\u201c gelesen habe. Sp\u00e4ter verband ich den Begriff mit einer der Bergregionen dieser Welt, die auch aus politischen Gr\u00fcnden kaum zug\u00e4nglich war. Heute sind die administrativen H\u00fcrden, in diese Region zu gelangen, bedeutend tiefer. Die Bereisung mit dem Fahrrad ist aber immer noch ein echtes Abenteuer und setzt einiges an Leidensbereitschaft und Verzicht voraus. Ich glaube jedoch, dass das Gl\u00fcck und die Befriedigung durch die Erf\u00fcllung eines Traums gr\u00f6sser ist, wenn zu dessen Verwirklichung ein namhaftes pers\u00f6nliches Opfers erbracht werden muss. Es ist wahrscheinlich schwierig vermittelbar, welches Hochgef\u00fchl sich nur schon bei der \u00dcberwindung eines einzelnen hohen Passes einstellt, wenn man nach stundenlangen Strapazen auf schlechtesten Strassen oben anlangt. Beim Pamir war schon unsere mehrw\u00f6chige Anreise von Tashkent nach Khorog eine grosse k\u00f6rperliche Herausforderung. Hinzu kamen am Anfang die Hitze, sp\u00e4ter die grosse H\u00f6he und n\u00e4chtliche K\u00e4lte sowie die zunehmend prek\u00e4reren hygienischen Bedingungen und der Verzicht auf praktisch jeden Komfort. Auch die einhergehenden Erkrankungen und sogar die Fl\u00f6he geh\u00f6ren zum Tribut, den man m\u00f6glicherweise zu leisten hat.<br \/>\nEtwas weiteres kommt hinzu: In meinem aktuellen Lebensabschnitt wird das Korsett an M\u00f6glichkeiten mit zunehmendem Alter tendenziell immer enger. Dies ist teils k\u00f6rperlich bedingt, oft jedoch vor allem mental (Bequemlichkeit, Lethargie, \u00c4ngste, Vorurteile). Um den Freiraum zu nutzen, der sich mit meiner ersehnten Pensionierung er\u00f6ffnet hat, m\u00f6chte ich versuchen, wenigstens ab und zu den schmaler werdenden Pfad an Optionen zu verlassen und auszubrechen \u2013 auch wenn es einige \u00dcberwindung und Energie braucht. Dabei muss ich freim\u00fctig eingestehen, dass ohne Rosa Maria viele meiner Tr\u00e4ume Tr\u00e4ume bleiben w\u00fcrden. Den langen Weg, einen am Anfang fast utopischen Wunsch bis zur Verwirklichung zu verfolgen, ist mit ihr als Partnerin bedeutend leichter. Vor allem, weil viele unserer W\u00fcnsche in eine \u00e4hnliche Richtung gehen.<\/p>\n<p><a rel=\"attachment wp-att-1391\" href=\"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/2011\/07\/31\/der-pamir\/p1030072\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-1391\" title=\"P1030072\" src=\"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/files\/2011\/08\/P1030072-512x383.jpg\" alt=\"\" width=\"512\" height=\"383\" srcset=\"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/files\/2011\/08\/P1030072-512x383.jpg 512w, http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/files\/2011\/08\/P1030072-300x224.jpg 300w, http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/files\/2011\/08\/P1030072.jpg 1843w\" sizes=\"auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px\" \/><\/a><br \/>\n<em>Meditieren im Pamir<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Genaugenommen befinden wir uns schon seit dem Anstieg zum Khaburabot-Pass im Pamir. 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