{"id":1218,"date":"2011-06-27T12:34:28","date_gmt":"2011-06-27T12:34:28","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/?p=1218"},"modified":"2011-07-14T13:49:03","modified_gmt":"2011-07-14T13:49:03","slug":"die-letzten-tage-in-usbekistan","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/2011\/06\/27\/die-letzten-tage-in-usbekistan\/","title":{"rendered":"Die letzten Tage in Usbekistan"},"content":{"rendered":"<p>Shahrisabz liegt ca. 100 km s\u00fcdlich von Samarkand, getrennt durch eine Bergkette. Es ist der Geburtstort Timurs und wurde von diesem teilweise als Residenz benutzt. Hier sollte er auch in einem eigens errichteten Mausoleum bestattet werden. Als er an einer Lungenentz\u00fcndung starb, herrschte jedoch tiefer Winter und der Pass zwischen Samarkand und Shahrisabz war unpassierbar \u2013 etwas was wir uns in der herrschenden Hitze kaum vorstellen konnten.<\/p>\n<p>Die Ausfahrt aus Samarkand gleicht unserer n\u00e4chtlichen Einfahrt. Die Strasse ist eher ein breiter Feldweg mit vereinzelten Asphaltflecken aus ferner Zeit. Wieder dieser Kontrast zwischen den herausgeputzten Touristenbezirken und dem Samarkand der \u201egew\u00f6hnlichen\u201c Bewohner. Vom Stadtrand an wird die Strasse etwas besser und wir kommen flotter Richtung Berge voran.<\/p>\n<p>Nach etwas rauf und runter f\u00e4ngt dann die eigentliche Passstrasse an und gegen Mittag stehen wir auf dem ca. 1500 m Pass. Nach einem St\u00fcck rassiger Abfahrt zwischen Buckeln und Schlagl\u00f6chern machen wir Rast in einem der zahlreichen Restaurants am Strassenrand. Beim Essen wundern wir uns \u00fcber die vielen Extras, die uns neben dem bestellten Essen offeriert werden. In unserer Naivit\u00e4t schreiben wir dies der Grossz\u00fcgigkeit des Wirtes zu. Erst als wir die gesalzene Rechnung bekommen merken wir dass jeder Posten fein s\u00e4uberlich berechnet wurde. Trotz unseres \u00c4rgers halten wir auf einem der Liegesitze ein ausgedehntes Mittagsschl\u00e4fchen bevor wir die restliche Abfahrt in die Hitze Shahrisabz in Angriff nehmen.<\/p>\n<p>Nach der Einfahrt in die Stadt sticht uns ein rund 40 m hohes Eingangsportal ins Auge. Es ist das einzige \u00dcberbleibsel des einst riesigen Palastes von Timur. In etwa 150 m Entfernung vom Portal markiert eine Timurstatue den einstigen Mittelpunkt des Palastes. Im Gegensatz zu Samarkand sind die verbliebenen Reste der Prunkbauten Timurs kaum renoviert und auch nicht von der lebenden Stadt isoliert &#8211; das Miteinander von Alt und Neu ist sehr wohltuend.<\/p>\n<p>Angeregt durch die begeisterten Kommentare im G\u00e4stebuch unseres Gasthauses, machen wir am n\u00e4chsten Tag einen Ausflug in ein Bergdorf in den Hissar Bergen an der Grenze zu Tadschikistan. Wie mit allen hochger\u00fchmten Bergd\u00f6rfern, die wir im Laufe unserer bisherigen Reise besucht haben, wird auch dieser Besuch eine Entt\u00e4uschung.<\/p>\n<p>Am dritten Tag unseres Aufenthaltes in Shahrisabz verschlimmert sich bei Rosa Maria ein seit einigen Tagen andauerndes Schluckweh. Als sich dann auch noch schnell ansteigendes Fieber und akutes Ohrenweh einstellen, begeben wir uns in Begleitung einer Verwandten unseres Gastwirtes und ihrer englisch sprechenden Tochter ins st\u00e4dtische Spital. Es ist Sonntagsbetrieb und wegen des fortgeschrittenen Nachmittags ist kein Arzt mehr anwesend. Wir werden an die Privatadresse eines Arztes in der n\u00e4heren Umgebung der Stadt verwiesen. Nach l\u00e4ngerer Suche finden wir ihn. In einem kleinen, sp\u00e4rlich ausgestatteten Behandlungszimmer untersucht er Rosa Maria und macht anschliessend eine W\u00e4rmebehandlung und eine Massage des schmerzenden Halsbereichs. Dann werden noch Medikamente verschrieben, die wir nach Abklappern mehrerer Apotheken gl\u00fccklicherweise auch finden. Da nach der R\u00fcckkehr ins Gasthaus das Fieber weiter ansteigt, wird eine Krankenschwester aufgeboten und diese verabreicht Rosa Maria eine vom Arzt vorsorglich verschriebene Spritze. Die hygienischen Vorkehrungen unter denen die Behandlung erfolgt entsprechen nur entfernt unseren Vorstellungen, aber auch Rosa Maria \u00fcbersteht die Sache ohne Folgen. Nach kurzer Zeit geht auch das Fieber zur\u00fcck. Wir sind beide sehr erleichtert, beschliessen dennoch am n\u00e4chsten Tag per Taxi in unser geliebtes Hotel nach Samarkand\u00a0zur\u00fcckzukehren.<\/p>\n<p>In Samarkand lassen wir es uns in unserem klimatisierten Zimmer gutgehen und geniessen die \u00fcppigen Fr\u00fchst\u00fccke im Garten unseres Hotels. Wir m\u00fcssen noch ein paar Tage \u00fcberbr\u00fccken bis es unser Visum erlaubt nach Tadschikistan einreisen zu k\u00f6nnen. Da der direkte Weg von Samarkand nach Tadschikistan nicht passierbar ist, weil die Usbeken den Grenz\u00fcbergang wegen irgendwelchen Streitigkeiten mit ihren Nachbarn gesperrt haben, machen wir einen Umweg \u00fcber die usbekische Hauptstadt Tashkent. Die 450 km lange Fahrt dorthin absolvieren wir im Zug. Dank kurzfristig erstandenen F\u00e4chern \u00fcberleben wir die gut sechs Stunden dauernde Reise ohne Hitzeschlag. Nach unserer Ankunft am sp\u00e4teren Nachmittag beziehen wir ein Hotel in unmittelbarer Umgebung des Bahnhofs und machen noch einen kurzen Stadtbummel. Was wir sehen, wirkt an der Oberfl\u00e4che wie eine moderne europ\u00e4ische Stadt mit breiten Strassen und mehrheitlich neuen Geb\u00e4uden. Abstossend wirkt die hohe Polizeipr\u00e4senz. Vielleicht sind wir auch ein bisschen voreingenommen, da die usbekische Polizei wegen ihres schlechten Rufes und wegen ihres Erscheinungsbildes nicht sehr sympathisch ist. Zusammen mit anderen Kontrollmassnahmen des Staates, die auch die Touristen betreffen, hinterl\u00e4sst der Aufenthalt in diesem Land einen zwiesp\u00e4ltigen Eindruck und ich bin nicht ungl\u00fccklich dieses Land zu verlassen.<\/p>\n<div id='gallery-1' class='gallery galleryid-1218 gallery-columns-3 gallery-size-thumbnail'><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/files\/2011\/06\/P1020846.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/files\/2011\/06\/P1020846-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/files\/2011\/06\/P1020847.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/files\/2011\/06\/P1020847-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/files\/2011\/06\/P1020853.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/files\/2011\/06\/P1020853-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><br style=\"clear: both\" \/><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/files\/2011\/06\/P1020863.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/files\/2011\/06\/P1020863-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/files\/2011\/06\/P1160536_Langartal.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/files\/2011\/06\/P1160536_Langartal-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/files\/2011\/06\/P1160555_Langar-Muster.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/files\/2011\/06\/P1160555_Langar-Muster-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><br style=\"clear: both\" \/><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/files\/2011\/06\/P1160558__Langar-Grossvater.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/files\/2011\/06\/P1160558__Langar-Grossvater-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/files\/2011\/06\/P1160585_Langar-Kinder.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/files\/2011\/06\/P1160585_Langar-Kinder-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/files\/2011\/06\/P1160590_Shahrisabz.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/files\/2011\/06\/P1160590_Shahrisabz-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><br style=\"clear: both\" \/>\n\t\t<\/div>\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Shahrisabz liegt ca. 100 km s\u00fcdlich von Samarkand, getrennt durch eine Bergkette. 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