{"id":1071,"date":"2011-06-12T14:08:31","date_gmt":"2011-06-12T14:08:31","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/?p=1071"},"modified":"2011-06-21T16:21:13","modified_gmt":"2011-06-21T16:21:13","slug":"weiter-richtung-osten-und-uber-den-amu-darya","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/2011\/06\/12\/weiter-richtung-osten-und-uber-den-amu-darya\/","title":{"rendered":"Weiter Richtung Osten und \u00fcber den Amu Darya"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left;\">Am Sonntag besuchen wir Abdullah, den Professor f\u00fcr Architektur der Universit\u00e4t Mashhad, den wir in Pasargad getroffen hatten. Er ist mit seinen knapp 30 Jahren nicht viel \u00e4lter als seine Studenten, mit denen er sehr famili\u00e4r umgeht. Dank seinem enormen Wissen \u00fcber Geschichte, Kultur und die verschiedenen Religionen seines Landes strahlt er eine nat\u00fcrliche Autorit\u00e4t aus. F\u00fcr uns ist es ausserordentlich spannend, ihm zuzuh\u00f6ren, da er auch die modernen abendl\u00e4ndischen Architekten wie Mies van der Rohe, Gaud\u00ec, &#8230; (die weiteren Namen sind mir entfallen) und sogar Zumthor und das Thermalbad Vals zitiert. Immer wieder stellt er stolz den Bezug zur islamischen Baukunst her, und ich stelle verbl\u00fcfft fest, dass dort schon sehr fr\u00fch der Leitsatz \u201eless is more\u201c angewendet wurde, ebenso wie die auf Fraktalen basierenden Ornamente, die wir von Computeranimationen und fr\u00fchen Bildschirmschonern kennen. Zusammen mit einem seiner Studenten, der ein Auto hat, werden wir zum Shishlik-Essen nach Shandish ausgef\u00fchrt, in eine Region ist bekannt f\u00fcr bestes Fleisch, welches an Spiessen \u00fcber besonders wohlduftenden Str\u00e4uchern gebraten wird. Anschliessend zeigt Abdullah uns sein Heimatdorf Zoshk, das in einem fruchtbaren k\u00fchlen Tal liegt.<br \/>\n<a rel=\"attachment wp-att-1073\" href=\"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/2011\/06\/12\/weiter-richtung-osten-und-uber-den-amu-darya\/p1020566\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-1073\" title=\"P1020566\" src=\"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/files\/2011\/06\/P1020566-512x383.jpg\" alt=\"\" width=\"512\" height=\"383\" srcset=\"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/files\/2011\/06\/P1020566-512x383.jpg 512w, http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/files\/2011\/06\/P1020566-300x224.jpg 300w, http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/files\/2011\/06\/P1020566.jpg 1843w\" sizes=\"auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px\" \/><\/a><br \/>\nWir besuchen den Obstgarten seines Vaters und lernen seine Schwester mit ihrer Tochter Roxana kennen. Obwohl die Sprachbarriere zwischen ihr und mir gross ist, verstehe ich, dass sie und ihre Familie den Zoroastriern nahestehen und grosse Erfurcht vor Erde, Luft, Feuer und Wasser haben. Sie schenkt uns zum Abschied einen grossen Sack mit D\u00f6rrfr\u00fcchten. Es sind sonnengetrocknete Aprikosen und Pfirsiche, die mit Baumn\u00fcssen gef\u00fcllt sind. Eine ideale Energiequelle f\u00fcr unsere Weiterfahrt.<br \/>\nIm Guesthouse von Vali (offiziell heisst es \u201eVali&#8217;s Non-Smoking Homestay\u201c), wo wir seit ein paar Tagen wohnen, sind inzwischen zus\u00e4tzlich zu Nicole und Nik weitere Radreisende eingetroffen: Pip aus Neuseeland und Kim aus Australien. Sie sind in Kirgisien gestartet und haben das Ferganatal, Usbekistan und Turkmenistan durchquert. Ab Mashhad werden sie zusammen mit einem australischen Freund \u00fcber Iran in die T\u00fcrkei fahren. Auch Vincent, ein junger Holl\u00e4nder, macht bei Vali Station. Ich geniesse es, mit den anderen Reisenden zu plaudern, Erfahrungen auszutauschen und gegenseitig die Ausr\u00fcstung zu beaugapfeln.<br \/>\n<a rel=\"attachment wp-att-1075\" href=\"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/2011\/06\/12\/weiter-richtung-osten-und-uber-den-amu-darya\/p1150966_mashhad-steven-kim-pip-leaving-featured-image\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-1075\" title=\"P1150966_Mashhad Steven Kim Pip leaving featured image\" src=\"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/files\/2011\/06\/P1150966_Mashhad-Steven-Kim-Pip-leaving-featured-image-512x340.jpg\" alt=\"Pip, Kim und Steven beim Abschied in Mashhad, fotografiert von Nik\" width=\"512\" height=\"340\" srcset=\"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/files\/2011\/06\/P1150966_Mashhad-Steven-Kim-Pip-leaving-featured-image-512x340.jpg 512w, http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/files\/2011\/06\/P1150966_Mashhad-Steven-Kim-Pip-leaving-featured-image-300x199.jpg 300w, http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/files\/2011\/06\/P1150966_Mashhad-Steven-Kim-Pip-leaving-featured-image.jpg 1843w\" sizes=\"auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px\" \/><\/a><em><\/em><br \/>\nAls wir am Montag das turkmenische Visum abholen wollen, werden wir abgewimmelt und auf Dienstag vertr\u00f6stet. Doch Reto l\u00e4sst nicht locker. Eine Stunde sp\u00e4ter stehen wir wieder in der Schlange vor dem Schalter der Botschaft. Zusammen mit uns warten mehrere Chauffeure ebenfalls auf ihre Visa. Obwohl die Schlange eher einer Traube gleicht, scheint es eine Reihenfolge zu geben. Als wir endlich dran sind, erhalten wir ein neues Formular zum Ausf\u00fcllen, denn auf unserem bereits vorbereiteten Antragsformular steht neben der Unterschrift das gestrige Datum. Korrigieren nicht erlaubt! Also machen wir uns erneut ans Ausf\u00fcllen, l\u00f6sen die Bostitchklammern der Fotos und befestigen diese neu, und all das nicht etwa in einem klimatisierten B\u00fcro, sondern draussen in der stickigen Hitze der Strasse. Wir warten wieder vor dem Schalter im Kab\u00e4uschen aus Glas, wo wir dicht an dicht mit iranischen Vertretern und tadschikischen Chauffeuren stehen. Die Hitze und das Gedr\u00e4nge werden immer unertr\u00e4glicher. Jetzt sagt man uns, dass am Montag, d.h. heute, nur Transportgesellschaften bedient werden. Wir k\u00f6nnens nicht glauben, stehen wieder in die Schlange, und siehe da, nach weiterem geduldigen Warten d\u00fcrfen wir doch noch heute das Formular mit unseren P\u00e4ssen dem launischen Konsul durch das Fensterchen in der Wand \u00fcbergeben. Um 16 Uhr sollen wir wieder kommen. Obwohl es dann fast 17 Uhr wird, bis wir unsere P\u00e4sse mit den gew\u00fcnschten Visa wieder in unseren H\u00e4nden halten, sind wir \u00fcbergl\u00fccklich. Im Hostel spendieren wir Saffranglace mit Rosenwasser und geniessen ein letztes fantasiereich, liebevoll und sorgf\u00e4ltig zubereitetes Essen von Esmat. Dann gehts an Packen. Darin haben wir inzwischen \u00dcbung. Nach einer kurzen Nacht essen wir mit Vali Fr\u00fchst\u00fcck und verabschieden uns von Nicole und Nick, die extra f\u00fcr uns aufgestanden sind. Um halb 6 fahren wir los. Vali begleitet uns auf seinem Velo bis zur Ausfahrt Richtung Sarakhs, dem Grenzort an der turkmenischen Grenze. Zum Gl\u00fcck hat es noch nicht viel Verkehr, und wir sind froh, die Grossstadt Mashhad hinter uns zu lassen.<br \/>\nWir kommen z\u00fcgig voran. Die Strasse ist gut und die Temperaturen sind noch ertr\u00e4glich. Ich geniesse es, zusammen mit Reto wieder unterwegs zu sein.<br \/>\n<a rel=\"attachment wp-att-1076\" href=\"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/2011\/06\/12\/weiter-richtung-osten-und-uber-den-amu-darya\/p1160007_pause_aufgehellt\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-1076\" title=\"P1160007_Pause_aufgehellt\" src=\"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/files\/2011\/06\/P1160007_Pause_aufgehellt-512x287.jpg\" alt=\"\" width=\"512\" height=\"287\" srcset=\"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/files\/2011\/06\/P1160007_Pause_aufgehellt-512x287.jpg 512w, http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/files\/2011\/06\/P1160007_Pause_aufgehellt-300x168.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px\" \/><\/a><br \/>\nWenn wir in eins der seltenen D\u00f6rfer kommen, kaufen wir k\u00fchle Getr\u00e4nke, machen eine kurze Pause und essen etwas. Anfangs Nachmittag erleben wir wieder einmal einen Gl\u00fccksfall. Bei einer grossen modernen Moschee kaufen wir etwas Kleines ein. Der junge Mann, der den Laden f\u00fchrt, faltet seine H\u00e4nde zu einem Kissen, f\u00fchrt sie zu seiner Backe und neigt seinen Kopf fragend dar\u00fcber. Wir verstehen: \u201eOb wir vielleicht schlafen m\u00f6chten&#8230;?\u201c Wir nicken. Er fordert uns auf, ihm zu folgen, und f\u00fchrt uns zur Moschee. Er holt einen Schl\u00fcssel und \u00f6ffnet einen Raum f\u00fcr uns, der mit Teppichen und Kissen ausgestattet ist. Ideal f\u00fcr eine Siesta. Wir sind froh, der Mittagshitze entfliehen zu k\u00f6nnen und ruhen uns ein paar Stunden aus.<br \/>\n<a rel=\"attachment wp-att-1077\" href=\"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/2011\/06\/12\/weiter-richtung-osten-und-uber-den-amu-darya\/p1160010-siesta-in-moschee\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-1077\" title=\"P1160010 Siesta in Moschee\" src=\"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/files\/2011\/06\/P1160010-Siesta-in-Moschee-512x287.jpg\" alt=\"\" width=\"512\" height=\"287\" srcset=\"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/files\/2011\/06\/P1160010-Siesta-in-Moschee-512x287.jpg 512w, http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/files\/2011\/06\/P1160010-Siesta-in-Moschee-300x168.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px\" \/><\/a><br \/>\nGegen 6 Uhr fahren wir weiter. Bevor wir unser Zelt aufstellen, gilt es einen kleinen Pass zu \u00fcberwinden. Es sind zwar nur gut 500 H\u00f6henmeter, doch die Strasse ist stellenweise so steil, dass ich schieben muss.<br \/>\nAm n\u00e4chsten Morgen stehen wir sehr fr\u00fch auf. Wir verzichten auf das Fr\u00fchst\u00fcck und wollen starten, sobald es hell genug ist. Bei der zu erwartenden Hitze ist es wichtig, die k\u00fchlen Morgenstunden vor Sonnenaufgang zu nutzen. Bis zur Grenzstadt Sarakhs fehlen uns etwa 70 km. Da ich einmal mehr Probleme mit Sitzen auf dem Sattel habe, werden die letzten paar Stunden eher zur Qual. Ich hoffe, dank Cortison- und Antibiotika-Salbe bald wieder ohne Schmerzen auf meinem doch sonst so geliebten Drahtesel reisen zu k\u00f6nnen.<br \/>\nBis zur Grenze nach Turkmenistan sind es nur 2 km und zur n\u00e4chsten Stadt weitere ca. 10 km. Der Grenz\u00fcbertritt ist problemlos, es braucht einfach alles seine Zeit. Die Frauen vom Zoll sind fr\u00f6hlich und hilfsbereit, und wir sind geduldig. Im turkmenischen Sarakhs angekommen, muss ich mir eingestehen, dass ein Weiterfahren mit dem Velo heute nicht sinnvoll w\u00e4re. Ich w\u00fcrde es keine zwei Stunden im Sattel aushalten. Doch da wir vorw\u00e4rts m\u00fcssen und nur ein 5-Tages-Visum haben, bleibt nur eins: Taxi bis Mary, der n\u00e4chsten Stadt auf unserem Weg durch Turkmenistan. Wieder einmal muss Reto die Velos auseinander nehmen, bis sie in Kofferraum und auf dem heruntergeklappten Hintersitz Platz haben. F\u00fcr die ca. 180 km auf holpriger Strasse wechseln wir uns auf dem relativ komfortablen Beifahrersitz und einem schmalen \u201eLiegeplatz\u201c auf den Sacochen zwischen den Velos ab. In Mary suchen wir vergeblich die im Lonely Planet, unserem Reisef\u00fchrer, empfohlene Familienherberge \u201eCaravanseray\u201c. Doch niemand scheint diese zu kennen. Wir suchen weiter und fahren die Strassen rauf und runter. Da werden wir von ein paar M\u00e4nnern, bei denen wir uns vorher erkundigt hatten, in eine Seitenstrasse gerufen. Zu unserer grossen \u00dcberraschung ist ein Velofahrer bei ihnen: Vincent, der junge Holl\u00e4nder. Auch wenn wir in Mashhad nicht viel Kontakt mit ihm hatten, freuen wir uns sehr \u00fcber das Wiedersehen. Die uns neugierig umrundenden Turkmenen telefonieren f\u00fcr uns mit einem Motel am Stadtrand, wo wir dank ihrer Hilfe bald darauf ein riesiges Dreierzimmer mit Aircondition, K\u00fchlschrank und Fernseher beziehen. Im grossen Badzimmer kochen wir mithilfe unseres Benzinkochers Spaghetti. Wir erz\u00e4hlen, was wir seit Mashhad erlebt haben, und von Vincent erfahren wir, dass er in der letzten Nacht in Iran \u00fcberfallen und beraubt wurde, als er draussen unter einer Br\u00fccke schlief. Er hatte Gl\u00fcck und die dreisten Diebe haben ihm neben ein paar Rials, der Sonnenbrille und seinem Swiss Army Knife \u201enur\u201c ein paar f\u00fcr sie unbrauchbare Erinnerungsst\u00fccke entwendet. Doch wir sp\u00fcren, dass der Schock noch immer tief sitzt. Ich schenke ihm mein zweites Milit\u00e4rsackmesser, das ich f\u00fcr mich als Reserve dabei hatte.<br \/>\n<a rel=\"attachment wp-att-1078\" href=\"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/2011\/06\/12\/weiter-richtung-osten-und-uber-den-amu-darya\/p1160041-erste-begegnungen-in-turkmenistan\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-1078\" title=\"P1160041 erste Begegnungen in Turkmenistan\" src=\"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/files\/2011\/06\/P1160041-erste-Begegnungen-in-Turkmenistan-512x287.jpg\" alt=\"\" width=\"512\" height=\"287\" srcset=\"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/files\/2011\/06\/P1160041-erste-Begegnungen-in-Turkmenistan-512x287.jpg 512w, http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/files\/2011\/06\/P1160041-erste-Begegnungen-in-Turkmenistan-300x168.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px\" \/><\/a><br \/>\nAn unserem zweiten Tag in Turkmenistan fahren wir zum Fr\u00fchst\u00fcck in die Stadt Mary, kaufen auf dem Markt Gem\u00fcse und Fr\u00fcchte ein und kurven zu dritt mit unseren Velos durch die Stadt. Es ist eine wahre Freude und ein Augenschmaus, die turkmenischen Frauen in ihren bunten, kn\u00f6chellangen Kleidern zu sehen. Viele l\u00e4cheln uns an und winken uns zu. Nach den oft schwarz verh\u00fcllten Frauen, die wir in den letzten Monaten in Iran gesehen haben, k\u00f6nnen sich meine beiden m\u00e4nnlichen Begleiter kaum sattsehen, und auch ich freue mich am Anblick all der der vielen fr\u00f6hlichen und sch\u00f6nen Frauen.<br \/>\n<a rel=\"attachment wp-att-1074\" href=\"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/2011\/06\/12\/weiter-richtung-osten-und-uber-den-amu-darya\/p1020587\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-1074\" title=\"P1020587\" src=\"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/files\/2011\/06\/P1020587-512x383.jpg\" alt=\"\" width=\"512\" height=\"383\" srcset=\"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/files\/2011\/06\/P1020587-512x383.jpg 512w, http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/files\/2011\/06\/P1020587-300x224.jpg 300w, http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/files\/2011\/06\/P1020587.jpg 1843w\" sizes=\"auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px\" \/><\/a><br \/>\nIn einem monumentalen Prunkbau aus Marmor und viel Gold besuchen wir das Ethnografische Museum. Wir bewundern Jurten, Teppiche, Silberschmuck, Hochzeitskleider der turkmenischen Nomaden sowie\u00a0 Ton- und Glasgef\u00e4sse aus Merw. Besonders gefesselt bin ich von den anthropomorphen weiblichen Fig\u00fcrchen, die in dieser Region zu Hunderten und Tausenden gefunden wurden. Es sind lustige Fruchtbarkeitsg\u00f6ttinen, die eine Art Fl\u00fcgel haben. Ihr Kopf gleicht dem eines Vogels. Efgenia war vor ihrer Pensionierung Direktorin des Museums. Unter ihrer sachkundigen F\u00fchrung besuchen wir am n\u00e4chsten Tag Merw, welches schon in der Bronzezeit (mehr als 10 Jahrtausende vor unserer Zeitrechnung) besiedelt war. Im 11. Jahrhundert zerst\u00f6rten mongolische Horden unter Dschinggis Khan die prosperierende Stadt, in welcher vor der Islamisierung Christen, Juden und sogar Buddhisten gelebt hatten. \u00dcbrig geblieben sind \u2013 neben kilometerlangen dicken Stadtmauern \u2013 Ruinen von eindr\u00fccklichen Pal\u00e4sten, Burgen, Mausoleen, ebenso Tr\u00fcmmerfelder, in denen wir viele bunte Tonscherben und blaues Glas aus der Zeit der Seldschuken des 11. und 12. Jahrhunderts fanden.<br \/>\n<a rel=\"attachment wp-att-1079\" href=\"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/2011\/06\/12\/weiter-richtung-osten-und-uber-den-amu-darya\/p1160085-merw\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-1079\" title=\"P1160085 Merw\" src=\"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/files\/2011\/06\/P1160085-Merw-512x287.jpg\" alt=\"\" width=\"512\" height=\"287\" srcset=\"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/files\/2011\/06\/P1160085-Merw-512x287.jpg 512w, http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/files\/2011\/06\/P1160085-Merw-300x168.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px\" \/><\/a><\/p>\n<p><a rel=\"attachment wp-att-1080\" href=\"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/2011\/06\/12\/weiter-richtung-osten-und-uber-den-amu-darya\/p1160146-kamel-mausoleum\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-1080\" title=\"P1160146 Kamel Mausoleum\" src=\"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/files\/2011\/06\/P1160146-Kamel-Mausoleum-512x287.jpg\" alt=\"\" width=\"512\" height=\"287\" srcset=\"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/files\/2011\/06\/P1160146-Kamel-Mausoleum-512x287.jpg 512w, http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/files\/2011\/06\/P1160146-Kamel-Mausoleum-300x168.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px\" \/><\/a><\/p>\n<p><a rel=\"attachment wp-att-1081\" href=\"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/2011\/06\/12\/weiter-richtung-osten-und-uber-den-amu-darya\/p1160158-mit-wunschbaum\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-1081\" title=\"P1160158 mit Wunschbaum\" src=\"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/files\/2011\/06\/P1160158-mit-Wunschbaum-512x287.jpg\" alt=\"\" width=\"512\" height=\"287\" srcset=\"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/files\/2011\/06\/P1160158-mit-Wunschbaum-512x287.jpg 512w, http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/files\/2011\/06\/P1160158-mit-Wunschbaum-300x168.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Ich bin noch nicht soweit erholt, dass an eine Weiterfahrt mit dem Velo zu denken w\u00e4re, umso mehr, als die extreme Hitze in der Karakul-W\u00fcste meine Probleme noch erh\u00f6ht h\u00e4tte. So reisen wir zu dritt mit dem Bus bis Turkmenabat.<br \/>\n<a rel=\"attachment wp-att-1082\" href=\"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/2011\/06\/12\/weiter-richtung-osten-und-uber-den-amu-darya\/p1160176-mary-warten-auf-bus\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-1082\" title=\"P1160176 Mary Warten auf Bus\" src=\"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/files\/2011\/06\/P1160176-Mary-Warten-auf-Bus-512x287.jpg\" alt=\"\" width=\"512\" height=\"287\" srcset=\"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/files\/2011\/06\/P1160176-Mary-Warten-auf-Bus-512x287.jpg 512w, http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/files\/2011\/06\/P1160176-Mary-Warten-auf-Bus-300x168.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px\" \/><\/a><br \/>\nNicole und Nik, die wir in Bukhara wieder treffen werden, schaffen die ganze Durchquerung von der iranischen bis zur usbekischen Grenze aus eigener Kraft, ebenso wie Pip und Kim in Gegenrichtung ein paar Tage vorher.<\/p>\n<p>G\u00e4nsehaut verschafft mir dann die Fahrt bei Sonnenuntergang \u00fcber den m\u00e4chtigen Amu Darya-Fluss (Oxus), einer \u00e4hnlichen magischen Grenze wie der des Rio Grande gegen\u00fcber Patagonien. Nich nur f\u00fcr Alexander den Grossen stellte der Amu Darya eine Z\u00e4sur dar; f\u00fcr uns wird das Abenteuer \u201eSeidenstrasse\u201c neue Dimensionen annehmen.<br \/>\n<a rel=\"attachment wp-att-1083\" href=\"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/2011\/06\/12\/weiter-richtung-osten-und-uber-den-amu-darya\/p1160181amu-darya\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-1083\" title=\"P1160181Amu Darya\" src=\"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/files\/2011\/06\/P1160181Amu-Darya-512x287.jpg\" alt=\"\" width=\"512\" height=\"287\" srcset=\"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/files\/2011\/06\/P1160181Amu-Darya-512x287.jpg 512w, http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/files\/2011\/06\/P1160181Amu-Darya-300x168.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px\" \/><\/a><br \/>\nDoch vorerst stellen die M\u00e4nner in der sandigen Uferzone die Zelte auf, w\u00e4hrend ich wieder einmal Reise koche. In Ermangelung von frischem Gem\u00fcse kommen gr\u00fcne Erbsen und Maisk\u00f6rner aus Konservendosen dazu. Nachdem wir unseren Hunger gestillt haben, geniessen wir einen s\u00fcssen Milchkaffee (\u201eNescaf\u00e9 3 in 1\u201c). Diesen Luxus g\u00f6nnen wir uns, solange der Vorrat aus Iran reicht.<br \/>\nJetzt, wo wir Vincents Geschichte der letzten paar Tage kennen, verstehen wir gut, dass er froh ist, nicht alleine reisen und zelten zu m\u00fcssen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Sonntag besuchen wir Abdullah, den Professor f\u00fcr Architektur der Universit\u00e4t Mashhad, den wir in Pasargad getroffen hatten. Er ist mit seinen knapp 30 Jahren nicht viel \u00e4lter als seine Studenten, mit denen er sehr famili\u00e4r umgeht. Dank seinem enormen &hellip; <a href=\"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/2011\/06\/12\/weiter-richtung-osten-und-uber-den-amu-darya\/\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1084,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[],"class_list":["post-1071","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-reiseberichte"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1071","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1071"}],"version-history":[{"count":16,"href":"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1071\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1142,"href":"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1071\/revisions\/1142"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1084"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1071"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1071"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/blog.ismus.ch\/wordpress\/iran\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1071"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}